Über den Künstler Wieland Förster
Wieland Förster (1930–2023) zählt zu den bedeutenden deutschen Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Werk kreist beharrlich um den Menschen – oft um den verletzlichen, leidenden Körper. Diese Haltung ist untrennbar mit seiner Biografie verbunden: Als Fünfzehnjähriger erlebte er in Dresden die Bombennacht des 13. Februar 1945, und von 1946 bis 1950 war er unschuldig in einem sowjetischen Speziallager inhaftiert. Wegen seiner humanistischen, systemkritischen Haltung belegte ihn die DDR von 1968 bis 1973 mit einem Ausstellungs- und Verkaufsverbot; 1974 wurde er Mitglied der Akademie der Künste, später deren Vizepräsident, 1985 erhielt er eine Professur. In Bronze und Stein schuf er Figuren von großer Eindringlichkeit, darunter „Der große trauernde Mann" (1993) für die Opfer der Dresdner Bombennacht; seine Arbeiten prägen öffentliche Orte von der Glienicker Brücke bis zur Hamburger HafenCity. Förster war zudem als Zeichner, Grafiker und Schriftsteller tätig.

